PARTNERS IN PLAY - WIE DIE LEGO FOUNDATION UND RIGHT TO PLAY BILDUNG IN GHANA FÖRDERN

Es ist Mittagszeit in Accra und auf den Strassen sind dutzende „Kayayei“ unterwegs. Mädchen, die eigentlich in der Schule sein sollten, aber stattdessen als Trägerinnen arbeiten. Sie transportieren schwere Krüge mit Wasser und Säcke mit Ware gegen ein paar Cedis. Das entspricht etwa 15 Rappen – pro Ladung. Wie viele andere Kinder und Jugendliche in Ghana haben diese Mädchen die Schule abgebrochen und arbeiten nun in schlecht bezahlten Jobs mit niedrigen Qualifikationen, wo sie gerade Mal genug verdienen, um über die Runden zu kommen.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Schüler*innen in Ghana, die die Schule abbrechen, bereits gesunken. Aber Mädchen und Kinder aus ländlichen Regionen sind immer noch besonders anfällig für ökonomischen und sozialen Druck und haben darum ein grösseres Risiko, die Schule abzubrechen und stattdessen zu arbeiten.

Im ländlichen Norden Ghanas gehen nur 51% der Mädchen und 55% der Jungen regelmässig zur Schule. Die meisten Kinder, die die Grundschule irgendwann abschliessen, tun dies aber mit deutlichen Verzögerungen. Weil sie zum Beispiel für ein Jahr oder länger die Schule verlassen und stattdessen arbeiten. Diese Unterbrechungen beim Lernen haben nachhaltige Konsequenzen.

Selbst wenn die Schüler*innen in der Schule bleiben, haben sie Schwierigkeiten die grundlegenden internationalen Standards beim Lesen und Schreiben zu erreichen. 2014 haben mehr als 70% der Zweitklässler*innen in Ghana die Tests des Westafrikanischen Prüfungsrats nicht bestanden. Eine Studie hat gezeigt, dass nur 13,4% der Drittklässler*innen dazu in der Lage waren, auf dem Mindestniveau ihrer Altersgruppe zu lesen.


Seit 2019 wurde in Ghana ein neuer Lehrplan mit neuen Standards eingeführt, der Kindern ganzheitliche Fähigkeiten wie Kommunikation und Kreativität näherbringt und sich gleichzeitig auf ihre akademische Leistungen konzentriert.

Genau hier kommen auch die Lego Foundation und Right To Play ins Spiel und leisten ebenfalls einen Anteil an diesen Bemühungen – durch das landesweite Programm „Partners in Play“. Dabei wird auf spielerische Weise die Bildungsqualität für über drei Millionen Schüler*innen, vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse, verbessert.

BIS 2023 WERDEN WIR ÜBER DREI MILLIONEN SCHÜLERN*INNEN ERMÖGLICHEN, IN DER SCHULE ZU BLEIBEN UND SIE ERFOLGREICH ABZUSCHLIESSEN. WIR HELFEN 75'000 LEHRPERSONEN DABEI, SPIELBASIERTES LERNEN IN DEN UNTERRICHT ZU INTEGRIEREN.

SPIELBASIERTES LERNEN AUF NATIONALER EBENE

Durch das „Partners in Play“-Programm wird Right To Play in den nächsten vier Jahren 14'400 Lehrpersonen in berufsbegleitenden Schulungen dabei unterstützen, spielbasierte Lehrmethoden in ihre täglichen Unterrichtsstunden zu integrieren. Und das in 10'000 Grundschulen in 55 Bezirken. Zur gleichen Zeit werden über 8'500 Lehrpersonen ihren Abschluss an 15 verschiedenen Colleges für Pädagogik und der Universität von Winneba machen und in diesem Rahmen ebenfalls spielbasierte Lehr- und Lernmethoden für ihre Klassenzimmer mitnehmen.

An den gleichen Schulen werden 52'000 Lehrpersonen die Chance haben, über Best-practice-sharing und angeleitete Communities of Practice, ihr angeeignetes Wissen miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen, spielbasierte Lehrmethoden effektiv im Unterricht einzusetzen.

„Bei unserer bisherigen Arbeit in Ghana konnten wir bereits spielbasierte Ansätze in den Schulunterricht einfliessen lassen, um das volle Potenzial der Kinder auszuschöpfen. Aber „Partners in Play“ hebt unsere Arbeit auf ein neues, nationales Niveau. Indem wir unsere Arbeit in den Lehrplan der Grundschulen integrieren, können wir noch mehr Kinder erreichen und gleichzeitig die Entwicklung von ganzheitlichen und akademischen Fähigkeiten an Grundschulen fördern“, sagt Josephine Mukakalisa, Landesdirektorin Right To Play Ghana.

„Bei unserer bisherigen Arbeit in Ghana konnten wir bereits spielbasierte Ansätze in den Schulunterricht einfliessen lassen, um das volle Potenzial der Kinder auszuschöpfen. Aber „Partners in Play“ hebt unsere Arbeit auf ein neues, nationales Niveau. Indem wir unsere Arbeit in den Lehrplan der Grundschulen integrieren, können wir noch mehr Kinder erreichen und gleichzeitig die Entwicklung von ganzhei tlichen und akademischen Fähigkeiten an Grundschulen fördern“,t. Dies führt dazu, dass die Zahl der anwesenden Schüler*innen und die Bindung zur Schule steigen. All das sind positive Zukunftsaussichten, insbesondere für Kinder aus ländlichen Gegenden.

„WIR SIND BEGEISTERT DAVON, DASS WIR DIE KRAFT DES SPIELENS MEHR KINDERN IN GANZ GHANA NÄHERBRINGEN UND DADURCH DIE FREUDE AM LERNEN IN IHNEN WECKEN KÖNNEN. SO WERDEN BILDUNG UND LERNEN ZUM SPASS UND ZU EINER INTERAKTIVEN ERFAHRUNG.“
- Susan McIsaac, CEO Right To Play International

Das Programm „Partners in Play“ ist durch die grosszügige Unterstützung der LEGO Foundation möglich - eine der weltweit führenden Förderer für innovative Ansätze im Bereich spielerisches Lernen. Right To Play, die LEGO Foundation und das Bildungsministerium von Ghana arbeiten zusammen daran, spielbasiertes Lernen in das Bildungssystem von Ghana zu integrieren. Die Kinder sollen so Kernkompetenzen schon in der Grundschule erlernen und die Bildungsqualität massiv verbessert werden. Ausserdem sollen die Anwesenheitszahlen im Unterricht steigen.

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„Wir fühlen uns geehrt, mit dem Bildungsministerium von Ghana und unserem langjährigen Partner „Right To Play“ zusammenzuarbeiten. Gemeinsam bringen wir spielbasierte Bildung in die Klassenzimmer der Grundschulen von ganz Ghana. In vielen Teilen der Welt wird mit spielerischem Lernen bereits erfolgreich Wissen vermittelt. Die Methode ist der Schlüssel für die Entwicklung von kognitiven, sozialen, emotionalen, kreativen und physischen Fähigkeiten. Fähigkeiten, die Kinder brauchen um im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein“, sagt Sarah Bouchie, Chief Impact Officer bei der „LEGO Foundation“.

„Partners in Play“ ist das erste landesweite Projekt von Right To Play in Ghana. Es basiert auf der, seit 2001, erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Regierung von Ghana. Vergangene Projekte haben sich vor allem auf die Bereitstellung von geschlechterspezifischen Bildungsmöglichkeiten für Mädchen konzentriert. Aber auch auf Bildungsinitiativen im Gesundheitsbereich und die technische Unterstützung des Bildungsministeriums bei der Entwicklung von Lehrmaterialien. „Partners in Play“ bringt die Arbeit von Right To Play auf eine neue, nationale Ebene und hat Effekte auf das ganze Grundschulsystem des Landes. Eine neue Generation von Schüler*innen in Ghana wird darin gefördert, sich selbst eine positive Zukunft zu schaffen. Für sich selbst, ihre Familien und die Gemeinschaften, in denen sie leben.